Wenn Mitarbeitende schwer erkranken: Was Führungskräfte jetzt für ihr Team tun können

Teil 2: Was in den ersten Tagen zählt

Die Nachricht ist da, die Kolleginnen und Kollegen ahnen etwas. Die naheliegende Frage lautet: Was sage ich meinem Team? Die wichtigere Frage kommt davor: Was darf ich sagen?

Schritt 1: Mit der erkrankten Person klären, was sie teilen möchte

Beschäftigte sind nicht verpflichtet, ihrem Arbeitgeber die Diagnose zu nennen. Das ist keine Formalie, sondern eine Haltung: Die Information gehört der erkrankten Person. Ihr erstes Gespräch dient deshalb nicht der Aufklärung, sondern der Absprache. Drei Fragen genügen:

  • Was dürfen die Kolleginnen und Kollegen wissen?

  • Wie möchten Sie, dass wir Kontakt halten?

  • Gibt es etwas, das jetzt dringend übergeben werden muss?

Wenn die Person noch nichts sagen kann oder will, ist auch das eine Antwort. Sie können sie respektieren und trotzdem handeln.

Schritt 2: Das Team informieren, ohne Details preiszugeben

Ihr Team braucht keine Diagnose, um arbeitsfähig zu bleiben. Es braucht Klarheit. Etwa so: „Unser Kollege fällt voraussichtlich länger aus. Mehr kann ich dazu nicht sagen. Wir organisieren uns jetzt gemeinsam neu. Wer Fragen hat, kommt zu mir.“

Sprechen Sie zeitnah, bevor Gerüchte sich festsetzen, und in einer Runde, in der alle dieselbe Information zur selben Zeit bekommen. Nicht per Rundmail. Planen Sie Zeit danach ein: Manche Fragen kommen erst im Einzelgespräch.

Schritt 3: Gemeinsam entscheiden, was liegen bleiben darf

In den ersten Tagen ist die wichtigste Frage oft nicht, wer was übernimmt, sondern was warten kann. Gehen Sie die offenen Punkte mit dem Team durch und sortieren Sie: muss diese Woche erledigt werden, kann warten, kann ganz entfallen. Die dritte Gruppe ist meist größer als gedacht.

Der Schritt hat noch einen zweiten Effekt: Das Team sortiert sich selbst, statt sortiert zu werden. Genau das stärkt die Handlungsfähigkeit, um die es in Teil 1 ging.

Was am Ende steht

Die erkrankte Person weiß, was mit ihren Informationen passiert. Das Team weiß, woran es ist. Und alle wissen, was diese Woche wirklich zählt.

Fazit

Klarheit ist in den ersten Tagen die wirksamste Form von Fürsorge, für die erkrankte Person ebenso wie für das Team.

Wie Sie das Gespräch führen, wenn die Diagnose Krebs lautet, lesen Sie in [Mitarbeiterin hat Krebs: Wie spreche ich im Team darüber?]

Nächste Woche in Teil 3: Kontakt halten. Warum viele Führungskräfte sich zurückziehen, und was die erkrankte Person zu Hause tatsächlich als hilfreich erlebt.


Ich bin Daniela Wilberg, systemische Organisationsentwicklerin. Sie stehen gerade mitten in dieser Situation? In einem Erstgespräch sortieren wir, was Ihr Team jetzt braucht.

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Ab Januar 2027: Akut-Sprechstunde für Führungskräfte.

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