Teil 3/4 Wenn Mitarbeitende schwer erkranken: Was Führungskräfte jetzt für ihr Team tun können

Kontakt halten, aber hilfreich

Drei Wochen nach der Krankmeldung. Die Blumen aus der ersten Woche sind verwelkt, die Genesungskarte steht im Regal. Seitdem: nichts. Nicht aus Gleichgültigkeit. Sondern weil niemand weiß, ob man sich melden darf.

Warum Führungskräfte sich zurückziehen

Ich erlebe häufig, dass Führungskräfte sich in dieser Phase ganz zurückziehen. Sie wollen nicht stören, nicht drängen, keinen Druck aufbauen. Also warten sie darauf, dass die erkrankte Person sich meldet.

Nur: Die erkrankte Person wartet oft ebenso. Sie fragt sich, ob sie noch dazugehört. Ob man sie vergessen hat. Ob ihr Platz noch da ist. Aus beiderseitiger Rücksicht entsteht Funkstille, und die fühlt sich zu Hause ganz anders an als im Büro.

Was hilft: Kontakt, der nichts erwartet

Zwischendurch Blumen schicken. Eine kurze Nachricht. Ein Anruf zur vereinbarten Zeit. Und zwar nicht nur in der ersten Woche, sondern auch nach einem Monat, nach drei Monaten. Sich noch einmal melden und fragen, wie es geht, empfinden viele Menschen zu Hause als ausgesprochen hilfreich.

Entscheidend ist, dass der Kontakt keine Erwartung transportiert. Keine Fragen nach dem Rückkehrdatum, keine Arbeitsthemen, es sei denn, die Person wünscht sich das ausdrücklich. Und: Klären Sie, wie viel Kontakt gewünscht ist. Das Tempo bestimmt die erkrankte Person, nicht Ihre Unsicherheit.

Gleichzeitig: das Team stabil halten

Während draußen Kontakt gehalten wird, muss drinnen die Arbeit weitergehen. Viele Teams fangen einen Ausfall zunächst mit Engagement auf. Alle legen eine Schippe drauf. Das trägt ein paar Wochen, nicht ein paar Monate.

Vereinbaren Sie Vertretungen deshalb ausdrücklich, mit Umfang und Zeitraum. Achten Sie darauf, dass sich die Mehrarbeit nicht still auf die Zuverlässigsten verlagert. Und geben Sie im Teammeeting kurz Raum für die Frage: „Wie geht es euch mit der Situation?“ Das macht aus keinem Meeting eine Therapiesitzung, aber es zeigt, dass Sorgen ihren Platz haben.

Was am Ende steht

Die erkrankte Person bleibt Teil des Teams, auch wenn sie gerade nicht da ist. Die Arbeit ist verteilt, ohne dass jemand still ausbrennt. Und die spätere Rückkehr beginnt nicht bei null.

Fazit

Kontakt ist keine Störung, sondern ein Zeichen von Zugehörigkeit. Wer ihn im Tempo der erkrankten Person hält, legt den Grundstein für eine gute Rückkehr.

Wie diese gelingt, lesen Sie in [Rückkehr nach schwerer Erkrankung]


Ich bin Daniela Wilberg, systemische Organisationsentwicklerin. Sie stehen gerade mitten in dieser Situation? In einem Erstgespräch sortieren wir, was Ihr Team jetzt braucht.

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