Wann externe Begleitung hilft
In einer Teamrunde fällt ein Satz, der lange nachhallt: „Ich weiß nicht, ob ich das sagen darf, aber ich habe vor allem Angst, dass mir das auch passiert.“ Danach ist es still. Und dann sagen andere, dass es ihnen ähnlich geht.
Jede und jeder wird berührt
Man muss davon ausgehen, dass ein plötzlicher Ausfall jede Person im Team in irgendeiner Form berührt. Bei den einen ist es die Sorge, dass jetzt noch mehr Arbeit auf ihrem Tisch landet. Bei anderen werden Ängste wach, selbst zu erkranken, oder Erinnerungen an Krankheit in der eigenen Familie.
Das betrifft ausdrücklich auch die Führungsebenen. Führungskräfte haben dieselben Ängste, sie zeigen sie nur seltener. Oft, weil sie glauben, stark sein zu müssen. Wir haben in Teil 1 gesehen, wohin das führen kann: in einen Führungsstil, der entlasten soll und doch Distanz schafft.
Platz machen für den Menschen in uns
Die eigentliche Aufgabe ist deshalb, alle mit ins Team zu holen, mit allem, was sie gerade bewegt. Platz zu machen für den Menschen in uns, nicht nur für die Rolle, die wir im Arbeitsalltag ausfüllen.
Das klingt einfach. In der Praxis sind viele Teams genau das nicht gewöhnt und nicht geübt. Im Arbeitsalltag geht es um Aufgaben, Termine, Ergebnisse. Über Angst, Betroffenheit oder Überforderung zu sprechen, hat dort selten einen Ort. Und wer es in einer akuten Situation zum ersten Mal versucht, ohne Rahmen und ohne Übung, riskiert, dass das Gespräch kippt oder gar nicht erst zustande kommt.
Wann externe Begleitung sinnvoll ist
Hier ist Begleitung von außen ungemein hilfreich. Eine externe Person gehört nicht zum System. Sie kann einen geschützten Rahmen schaffen, in dem auch die Führungskraft nicht moderieren muss, sondern selbst Teil der Runde sein darf.
Anzeichen, dass Unterstützung sinnvoll ist:
Spannungen im Team nehmen zu, ohne dass jemand sagt, warum.
Mehrarbeit verfestigt sich, Einzelne wirken erschöpft.
Über die Situation wird nicht mehr gesprochen.
Sie selbst merken, dass Sie an Ihre Grenzen kommen.
Für Fragen zur Erkrankung, zum Arbeitsrecht oder zum Betrieblichen Eingliederungsmanagement gibt es Fachstellen wie den Betriebsarzt, Krebsberatungsstellen oder den Integrationsfachdienst. Meine Arbeit setzt an einer anderen Stelle an: bei Führung und Team. Ich arbeite nicht mit Gesundheitsdaten, sondern mit der Frage, wie Ihr Team in dieser Situation stabil und gut aufgestellt bleibt.
Fazit
Niemand wird allein krank. Wenn ein Team lernt, in einer solchen Situation auch über das Menschliche zu sprechen, ist es danach nicht nur wieder arbeitsfähig, sondern oft enger verbunden als vorher.
Damit endet die Serie. Alle Teile im Überblick finden Sie in
[Teil 1](LINK TEIL 1).
Ich bin Daniela Wilberg, systemische Organisationsentwicklerin. Sie stehen gerade mitten in dieser Situation? In einem Erstgespräch sortieren wir, was Ihr Team jetzt braucht.
Ab Januar 2027: Akut-Sprechstunde für Führungskräfte.