Plötzlich fehlt jemand: Wenn ein Herzinfarkt oder Unfall das Team trifft

Praktische Tipps für Führung nach Umbruch

Erste Hilfe Zeichen und Piktomgram mit Herz

Plötzlicher Ausfall im Team: Was Führung jetzt tun kann

Gestern stand er noch in der Kaffeeküche. Heute liegt er auf der Intensivstation. Dazwischen liegt kein Abschied, keine Übergabe, keine Vorbereitung. Nur ein Anruf und ein Team, das nicht weiß, wie es jetzt weitergehen soll.

Was einen plötzlichen Ausfall so anders macht

Bei manchen Diagnosen gibt es einen Vorlauf: Untersuchungen, Gespräche, eine Ahnung. Ein Herzinfarkt, ein Schlaganfall oder ein Unfall kommen ohne Vorwarnung. Für das Team bedeutet das einen doppelten Schock: die Sorge um den Menschen und die plötzliche Lücke in der Arbeit, ohne dass irgendetwas übergeben wurde.

Dazu kommt oft ein Gedanke, den kaum jemand ausspricht: Das hätte auch mir passieren können.

Wenn das Team dabei war

Manchmal passiert es mitten im Arbeitsalltag. Dann haben Kolleginnen und Kollegen erste Hilfe geleistet, den Rettungswagen gerufen, gewartet. Und danach geht es einfach weiter, weil die Arbeit ja da ist.

In einem Handwerksbetrieb, den ich begleitet habe, brach der Werkstattleiter an einem Dienstagvormittag zusammen. Das Team hatte selbst den Notruf gewählt und am Nachmittag weitergearbeitet. Erst Wochen später erzählte ein Auszubildender, dass er seitdem kaum schläft.

Wer ein solches Ereignis miterlebt hat, braucht Raum, darüber zu sprechen. Berufsgenossenschaften und Unfallkassen bieten nach belastenden Ereignissen am Arbeitsplatz Unterstützung an. Fragen Sie dort nach, auch wenn es Ihnen selbst gerade gut zu gehen scheint.

Die ersten Tage: Halt geben, ohne alles zu wissen

  • Informieren, was Sie wissen dürfen: Oft wissen Sie selbst wenig. Sagen Sie das ehrlich. Halten Sie sich an das, was die erkrankte Person oder ihre Angehörigen freigeben.

  • Kurzfristig sortieren: Was muss diese Woche passieren, was kann warten, wer hat Zugang zu welchen Informationen?

  • Kontakt zu den Angehörigen: behutsam, über einen festen Ansprechweg, ohne zu drängen.

  • Gesprächsraum öffnen: eine kurze Runde, in der auch Erschrecken und Angst Platz haben.

Was am Ende steht

Ein Team, das weiß, was es weiß und was nicht. Eine Arbeitsverteilung für die nächsten Wochen. Und die Gewissheit, dass niemand mit dem Erlebten allein bleiben muss.

Fazit

Ein plötzlicher Ausfall lässt sich nicht planen. Aber Teams, die schon einmal darüber gesprochen haben, wer im Notfall was weiß und tut, bleiben stabiler, wenn es passiert. Niemand wird allein krank, auch nicht von einem Tag auf den anderen.


Ich bin Daniela Wilberg, systemische Organisationsentwicklerin.

Ist in Ihrem Team gerade jemand plötzlich ausgefallen? In einem Erstgespräch sortieren wir, was Ihr Team jetzt braucht.

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