Systemisch führen in agilen Umfeldern
"Wir brauchen mehr Selbstorganisation." Dieser Wunsch kommt oft aus Unternehmen, die sich auf agile Prinzipien einlassen wollen. Doch mit mehr Freiheit kommt auch mehr Unsicherheit. Und die alte Frage: Wer ist eigentlich verantwortlich?
Agil bedeutet nicht automatisch klar
Viele Teams, die nach Scrum oder Kanban arbeiten, haben klare Prozesse – aber unklare Rollenbilder. Die Grenzen zwischen Führung, Verantwortung und Mitgestaltung verschwimmen. Das kann Energie freisetzen – oder Spannungen erzeugen.
Führung wird im agilen Kontext grundlegend neu gelebt.
In einem Tech-Team, das ich begleitete, wurde viel diskutiert, wenig entschieden. Jeder war beteiligt, niemand war zuständig. Erst durch eine Reflexion über Entscheidungsprozesse und Haltung wurde deutlich: Es fehlt nicht an Struktur, sondern an Klarheit, wie Verantwortung getragen werden soll.
Systemisch führen heißt: Orientierung geben, nicht kontrollieren
In agilen Kontexten ist Führung nicht obsolet. Sie verändert sich. Weg vom "Ansagen machen" hin zum "Kontext gestalten". Systemische Führung bedeutet: Fragen stellen statt Antworten geben. Spannungen wahrnehmen. Reflexion ermöglichen. Und das Team dabei unterstützen, sich selbst zu regulieren.
Ein Product Owner sagte nach einer Session: "Ich dachte, ich muss alles im Griff haben. Jetzt verstehe ich: Ich muss dafür sorgen, dass wir die richtigen Gespräche führen."
Haltung statt Methode
Systemisch-agiles Arbeiten braucht keine neuen Tools, sondern eine andere Haltung: Vertrauen, Nichtwissen aushalten, Unterschiede nutzen, Irritationen zulassen. Diese Haltung zu entwickeln, ist Führungsarbeit. Und sie beginnt bei einem selbst.
Ich bin Daniela Wilberg, systemische Organisationsentwicklerin. Wenn Sie mehr erfahren möchten: Lesen Sie gern weitere Artikel oder treten Sie mit mir in Kontakt.