Visionen entwickeln: Mit systemischer Kreativität Zukunft gestalten
"Ich weiß nicht, wo wir eigentlich hinwollen." Diesen Satz höre ich oft. Und er steht nie allein. Er ist verbunden mit Frust, mit dem Gefühl, zu reagieren statt zu gestalten. Gerade in mittelständischen Unternehmen, in denen Tempo und Tagesgeschäft den Takt vorgeben, bleibt oft wenig Raum für echte Zukunftsbilder.
Dabei brauchen Teams genau das: Eine Vision, die mehr ist als ein Strategiepapier. Ein inneres Bild, das Orientierung gibt, Energie freisetzt und Entscheidungen vereinfacht. Doch wie entsteht so etwas? Und wie sorgt man dafür, dass es nicht bei einer schönen PowerPoint bleibt?
Warum es oft an der Vorstellungskraft fehlt
Viele Unternehmen sind geübt im Analysieren und Planen. Doch das Entwickeln einer echten Vision verlangt etwas anderes: Kreativität, Offenheit, das Zulassen von Ungewissheit. Es braucht die Fähigkeit, sich gemeinsam etwas vorzustellen, das es noch nicht gibt – und dabei auch Unterschiede und Spannungen auszuhalten.
Das Entwickeln einer echten Vision verlangt etwas anderes: Kreativität, Offenheit, das Zulassen von Ungewissheit.
Hier setzt der systemische Ansatz an. Nicht über das "Wie" wird gesprochen, sondern erst mal über das "Wozu". Die Beteiligten werden eingeladen, ihre eigene Vorstellung einzubringen. Es entstehen Bilder, Metaphern, Szenen. Und plötzlich entsteht ein gemeinsamer Resonanzraum.
Die Magie eines leeren Blatts Papier
In einem Workshop letzte Woche stand jedes Teammitglied vor einem großen Bogen Papier. Die Frage war simpel: "Wie sieht unsere Zusammenarbeit im Jahr 2028 aus, wenn alles möglich wäre?" Es wurde gemalt, geschrieben, collagiert. Erst leise, dann lächelnd, dann begeistert.
Die anschließende Präsentation der Zukunftsbilder war kein Wettbewerb. Es war eine Einladung, einander zuzuhören. Und zu erkennen: Wir wollen ähnliche Dinge. Nur haben wir bisher nie darüber gesprochen. Aus den Bildern entstanden Leitsätze. Und aus diesen konkrete Ideen für nächste Schritte.
Visionen, die bleiben
Systemische Visionsarbeit ist keine einmalige Aktion. Sie wirkt, wenn sie verankert wird: im Alltag, in Entscheidungen, in der Kommunikation. Und wenn sie nicht von außen kommt, sondern aus dem Inneren des Teams.
Ich bin Daniela Wilberg, systemische Organisationsentwicklerin. Wenn Sie mehr erfahren möchten: Lesen Sie gern weitere Artikel oder treten Sie mit mir in Kontakt.