Change-Kommunikation: Dos & Don'ts
Zwischen Flurfunk und Strategie: Wie Veränderung kommuniziert wird, entscheidet über ihre Wirkung. Systemische Impulse für glaubwürdige Kommunikation in der Transformation.
„Wir hatten doch alles gut erklärt – aber es kam trotzdem nicht an.“ Diesen Satz hörte ich in einer Kick-Off-Sitzung eines wachsenden Dienstleistungsunternehmens in Brandenburg. Die Führung war ratlos: Newsletter, Meetings, Intranet – alles wurde bespielt. Und doch blieb Widerstand. Die Erklärung liegt oft nicht in der Menge, sondern in der Haltung der Kommunikation.
Was Change-Kommunikation oft verfehlt:
Sie erklärt nur – aber hört nicht zu
Sie sendet top-down – aber fragt nicht nach Resonanz
Sie informiert sachlich – aber blendet Emotionen aus
Beispiel aus der Praxis:
In einem produzierenden KMU wurde eine neue Software eingeführt – technisch gut vorbereitet, kommunikativ katastrophal. Die Geschäftsleitung informierte in einem „Rundumschreiben“ über das Projekt. Was fehlte: Dialog. Fragen. Beteiligung. Die Folge: Gerüchte, Ängste, Abwehr. Erst durch eine offene Fragerunde mit der Belegschaft entstand Verständnis. Ein Mitarbeitender formulierte es so: „Vorher fühlte es sich wie ein Angriff an – jetzt kann ich mitdenken.“
Systemische Prinzipien gelungener Kommunikation:
Transparenz ohne Überforderung: Was ist sicher? Was ist offen?
Dialog statt Monolog: Räume für Rückfragen, Feedback, Sorgen
Timing mit Taktgefühl: Nicht zu früh, nicht zu spät – sondern wenn Klarheit möglich ist
Do's in der Change-Kommunikation:
Frühzeitig kommunizieren – aber nicht mit Halbwissen
Beteiligung ermöglichen – z. B. durch Rückmelderunden, Pilotteams
Emotionen ernst nehmen – z. B. über begleitende Moderation
Don'ts:
Veränderung „verkaufen“ wie ein Produkt
Kritik als Widerstand deuten – statt als Informationsquelle
Über Informationskanäle steuern – ohne Resonanzräume
Fazit:
Veränderung braucht Kommunikation – aber nicht beliebige, sondern glaubwürdige. Systemische OE betrachtet Kommunikation nicht als Werkzeug, sondern als Teil des Wandels selbst. Wie gesprochen wird, zeigt, wie ernst Veränderung gemeint ist. Und wer Wandel wirklich kommuniziert, muss sich auch selbst ein Stück verändern.
Ich bin Daniela Wilberg, systemische Organisationsentwicklerin. Wenn Sie mehr erfahren möchten: Lesen Sie gern weitere Artikel oder treten Sie mit mir in Kontakt.