Besondere Herausforderungen im Potsdamer Mittelstand

Das Schloss Sansscouci, Wahrzeichen der Stadt Potsdam, Landeshauptstadt von Brandenburg, unweit von Berlin, ist Sitz unzähliger klein- und mittelständischer Unternehmen (KMU).

Zwischen Wachstum und Fachkräftemangel, Tradition und Digitalisierung: Der Potsdamer Mittelstand bewegt sich im Spannungsfeld starker Gegensätze.

Potsdam wächst – und mit ihm seine Unternehmen. Doch das Wachstum bringt Reibung. Gerade der lokale Mittelstand steht unter Druck: Der Fachkräftemangel ist real, die Erwartungen der Generation Z treffen auf eingefahrene Routinen, und viele KMU müssen den Spagat schaffen zwischen regionaler Verwurzelung und digitaler Transformation.

Typische Spannungsfelder:

  • Wachstum vs. Kultur: Wie bleibt das „familiäre Klima“, wenn das Team plötzlich doppelt so groß ist?

  • Stabilität vs. Wandel: Wie viel Veränderung verträgt ein Team, das jahrzehntelang gleich gearbeitet hat?

  • Führung vs. Beteiligung: Wie lassen sich Entscheidungen effizient treffen – und trotzdem mitgetragen?

Beispiel aus der Praxis:

Ein technischer Dienstleister aus Potsdam wuchs in fünf Jahren von 25 auf 80 Mitarbeitende. Die Geschäftsleitung war stolz – und erschöpft. Neue Prozesse waren notwendig, aber stießen auf Widerstand. In der OE-Begleitung zeigte sich: Es war nicht die Veränderung selbst, sondern das Tempo, das überforderte. Mit systemischen Formaten wie Retrospektiven, kollegialer Beratung und moderierten Rollenklärungen wurde ein Weg gefunden, der Wachstum mit Entwicklung koppelte – statt es nur „abzuarbeiten“.

Regionale Besonderheiten erkennen:

Potsdam ist nicht Berlin – und will es auch nicht sein. Der Mittelstand hier hat ein eigenes Profil:

  • Starke persönliche Bindungen

  • Hohe Identifikation mit dem Produkt, dem Team, dem Ort

  • Wenig Fluktuation – aber auch: hohe Veränderungsresistenz

Systemische Impulse können hier ansetzen:

  • über Beziehungsarbeit

  • über Kontextsensibilität

  • über echte Beteiligung, die über Alibi hinausgeht

Fazit:

Der Mittelstand in Potsdam ist kein Sorgenkind – aber ein System mit eigenen Logiken. Wer systemisch begleitet, muss diese Dynamiken sehen: zwischen Alt und Jung, digital und analog, sicher und suchend. Dann wird Entwicklung möglich – nicht trotz, sondern wegen der Herausforderungen.


Ich bin Daniela Wilberg, systemische Organisationsentwicklerin. Wenn Sie mehr erfahren möchten: Lesen Sie gern weitere Artikel oder treten Sie mit mir in Kontakt.

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Fallbeispiele aus der Region (anonymisiert)

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